Spreepark Plänterwald - Dort wo der Spaß starb...

Oktober 2013

 

"Kommen sie (nicht) zu uns. Wir bieten ihnen eine vielzahl von (geisterhaften, zugewucherten) Fahrgeschäften. Entdecken sie den Spreepark (und seine Geister). Sehen sie das große, (grausam quietschende) Riesenrad, welches sich (im Wind) dreht. Hören sie das rattern der (gruseligen) Achterbahnen und das kreischen der glücklichen (Geister-) Kinder? Besuchen sie (nie) den Spreepark Plänterwald in Berlin. Wir sehen uns (hoffentlich nicht)!"

 

Ohne Klammern: So hätte der Werbeprospekt heute aussehen können.

Mit Klammern: So sieht er leider momentan aus.

 

Aus dem einst glamourösen Vorzeigepark der damaligen DDR ist heute eine Ruine geworden. Früher war der Park eine großer Betonplatz, auf dem ein dauerhafter Rummel stattfand. Das sensationelle für die damalige Zeit: Man konnte hier sogar Fahrgeschäfte aus dem Westen fahren. Dann, zur Wende wurde dieser Platz unatraktiv und Berlin suchte einen "Betreiber eines neugestalteten Freizeitparks westlichen Vorbilds". Die Schaustellerfamilie Witte bewarb sich beim Rundschreiben und gewann. Innerhalb von wenigen Jahren wurden 40 Millionen Euro investiert, darunter etwa ein Viertel nur für Erdarbeiten wie dem anlegen von künstlichen Seen und Flüssen. Jedoch war der Park Berlin plötzlich ein Dorn im Auge. Man könnte diese Fläche in dem großen Waldgebiet mit teuren Stadtvillen bebauen, und so begann die Stadt, einige wundersame "Zufälle" einzuleiten, die komischerweiße immer dem Park schadeten. Und dann hatte es die Stadt leider geschafft. Seit 2002 hat der große Berliner Freizeitpark geschlossen. Außerdem rankt sich eine verworrene Geschichte vom Schaustellerglück in Peru und einem spektakulärem Drogendeal, bei dem letztendlich der Falsche im Knast sitzt, um den Park. Zugewucherte Bahnen, gruselige Wägen, ein großes Riesenrad, verrostete Achterbahnen... All das hinterließ die Geschichte, bei der zum Schluss eigentlich nur Verlierer dastanden. Die Stadt konnte jetzt nichts auf dem Gelände bauen, den Park kann man wegwerfen. Es scheint fast, als läge ein Fluch auf dem Park. Alle Kaufinteressenten wurden irgendwie vergrämt. Daher sollte der Park im Sommer 2013 nun endlich zwangsversteigert werden. Mit den Auflagen: Man braucht ein gewisses Grundkapital und der Park soll wieder als Freizeitpark agieren. Ein frischgegründetes Unternehmen wollte den Park dann ersteigern, doch plötzlich: Die Stadt Berlin bietet mit, obwohl sie vorher beteuert hatten, sie würden doch "nie" mitbieten (schon wieder so ein zufall)! Gegenseitig steigern sie die Preise in die Höhe, beim bieten wird sogar angefeuert. Die Vertretung der Stadt Berlin sagt schließlich: "Stop! Wir bieten nicht weiter." Jeder dachte, das Schicksal des Parks sei nun besiegelt, aber: Die Zwangsversteigerung wurde in diesem Moment ABGEBROCHEN! Steckt etwa wieder ein "Zufall" dahinter? Wird die Versteigerung nun jedesmal abgebrochen, wenn Berlin nicht der Sieger ist? Das können wir leider nicht wissen. Meine Vermutung ist jedoch, dass es nur um eine Sache geht: Die Stadt möchte auf dem ehemaligen Parkgelände Stadtvillen mit Spreezugang bauen. Und der ehemalige Freizeitpark steht diesem Projekt wohl immer noch im Weg. Sorry das ich das denke, aber da sind schon ein paar SEEEHR komisch "Zufälle" passiert, die den Park nach und nach zugrunde gerichtet haben. Fakt ist: Nächster Versteigerungstermin Anfang Winter. Wir haben ihn vorher noch einmal für euch besucht!

An diesem Samstag machten wir uns auf den Weg in den Plänterwald in Berlin bei Treptow-Köpenick. Um 13 Uhr begann unsere Führung mit Christopher Flade, der die Führung sehr schön gestaltete. Leider waren sehr viele Leute da, weshalb es schwer war, Bilder ohne Menschen drauf zu bekommen. Darauf nahm unser Guide aber Rücksicht und so wurde aus einer geplanten  zweistündigen Führung eine dreistündige (was den vor Ort zuständigen Securitydienst wohl sehr ankotzte). Dies war jedoch nochmal eine gute Möglichkeit, viele Photos vom Park zu nehmen. Man durfte sich auch (bis auf wenige Stellen) relativ frei bewegen und man hatte genügend Zeit zum photographieren. Das Geld von 15€ pro Person in dieser Führung geht an die vor Ort zuständige Security Firma. Christopher flade erzählte viele lustige Geschichten: Von Einbrechern, die im verlassenen Park Riesenrad gefahren sind (welches sich vom Wind dreht) und nicht mehr runterkommen. Die älteste "Riesenradverbrecherin" war 90 und hatte die Ausrede: "Dat war so schön damals, ik wollte infach nochmal!" Außerdem macht das Riesenrad beim drehen sehr eigenartige Geräusche, die fast wie ein schreien und weinen klingen. Schon des öfteren wurde die Polizei wegs eines "vermeindlichen Mordes im Plänterwald" alarmiert. Wer den Park noch einmal sehen möchte, dem empfehle ich diese Führungen sehr, ungeführt ist man dank Wachdienst wohl schnell wieder draußen. Das schöne Herbstlaub hat die Freizeitparkruine noch unterstrichen, es war im gesamten Park eine spookige Stimmung. Das Tassenkarussel und die Parkeisenbahn darf man sogar noch fahren, man kann hier, obwohl der Park verlassen ist, noch sehr viel Spaß haben. Genug geredet, hier meine Photos! Fürs erste übrigens unbearbeitet, das mache ich wenn ich dazu einmal Zeit habe.

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Kommentare: 9
  • #1

    motzente (Donnerstag, 31 Oktober 2013 08:30)

    einfach unglaublich das es sowas in nsrem land gibt!

  • #2

    Nadine Siegmund (Freitag, 06 Februar 2015 17:40)

    Wirklich grausam und unwirklich einen Teil seiner Kindheit so zu sehen!!
    Wäre es eine Unterschriftenaktion zu starten?

  • #3

    Dreamwood (Montag, 18 Mai 2015 00:18)

    Wir wollen eh ein Musikvideo in einem verlassenen Freizeitpark drehen, vielleicht können wir so etwas Aufmerksamkeit auf diesen Platz und sein trauriges Schicksal lenken??

  • #4

    Jessica (Mittwoch, 04 November 2015 22:24)

    Kann man das Gelände kaufen?
    Ich möchte es gerne versuchen wieder herzurichten und / oder je nach Kostenaufwand eventuell eine Art DDR-Museum mit Führungen draus zu machen.

  • #5

    Deadly Hours (Sonntag, 01 Mai 2016 13:04)

    Ich würde gerne mit meinem YouTube Team eine Creepy Pasta Geschichte dort nachstellen, meint ihr das geht?!

  • #6

    Security Firma Berlin (Samstag, 20 August 2016 07:17)

    Ich bin sicher, dass dieser Absatz alle Internet-Leute, die wirklich wirklich schön Absatz auf den Aufbau neuer Blog berührt hat.

  • #7

    dery main (Donnerstag, 04 Mai 2017 11:48)

    das ist ein perfekter ort f[r ein horror film

  • #8

    Marie (Samstag, 27 Mai 2017 21:52)

    Ich fahre dann mal hin vieleicht treffen ich ja Laughing jake��

  • #9

    Michelle (: (Samstag, 30 Dezember 2017 14:37)

    Sehr schöner Ort (: Trotz das er verlassen ist. Jeder Ort hat seine Geschichte, und vielleicht geht seine ja mal weiter (:.